Berühmtheiten und Sammlerstücke
Die Puppenspieler vereint im Allgemeinen die Eigenart, die entsprechenden Handpuppen, die ihrem Theaterstück Leben einhauchen sollen, auch selbst anzufertigen. Allein diese Tatsache verleiht einer Handpuppe in den Augen der Sammler einen unschätzbaren Wert. Der Puppenspieler, dem allerdings die Fähigkeit zur Herstellung einer eigenen Puppe völlig abgeht, der lässt diese von einem speziellen Bildhauer anfertigen.
Zu diesen berühmten Puppenspielern gehörte hierzulande u. a. Friedrich Arndt. Schon im Alter von 17 Jahren spielte der Hamburger Jung? plattdeutsche Stücke mit seiner Laienspielgruppe. Nachdem der berühmte Puppenspieler Max Jacob ihn 1928 mit seinen Hohnsteiner Puppen schwer begeisterte, trat er letztendlich 1945 zusammen mit ihm auf. 1949 gründete er seine eigene Hohnsteiner Bühne. Sein Vater unterstützte ihn nach Kräften und schnitzte für ihn so manche Handpuppe im Hohnsteiner Stil. Sein Kasper wurde mit vielen Stücken sogar als Hörspiel aufgenommen und letztendlich sogar in unendlich vielen Fassungen verfilmt. Bis zu seinem Tode war der nimmermüde Puppenspieler Friedrich Arndt vom Theater nicht wegzudenken. Aber nicht nur der Vater des Friedrich Arndt hat die Fertigung der Puppen für seinen Sohn übernommen. Der berühmte deutsche Holzbildhauer und Puppenbildner Till de Kock hat in seiner gut 60 Jahre andauernden Schaffenszeit etwa 30.000 Handpuppen, Stabfiguren und Marionetten gefertigt. Rund die Hälfte aller Figuren der schleswig-holsteiner Puppenbühne der sechziger Jahre stammten aus seiner Werkstatt. Als zweiter Schnitzer übernahm er die Arbeiten an den Hohnsteiner Figuren für Friedrich Arndt, was letztendlich zu seinem endgültigen Durchbruch führte. Selbst die Cover der Kasper-Hörspiele waren mit seinen Figuren versehen. Bis heute sind seine Figuren noch auf vielen Puppenbühnen zu sehen.
Der erste Schnitzer der Hohnsteiner Figuren war der deutsche Holzbildhauer und Scherenschnittkünstler Theo Eggink. Auch Theo Eggink machte in den Zwanzigern Bekanntschaft mit Max Jacob. Die beiden Herren begründeten das Hohnsteiner Puppentheater. Die damit verbundene Charakteristik der Hohnsteiner Handpuppen entstand. Der fröhliche Kinderfreund Kasper, wie wir ihn heute noch kennen, kam durch sie erst auf die Bühne. Die Werkstatt des Theo Eggink übernahm sein Schüler Gerhard Berger. Dessen Sohn stellt noch heute Handpuppenköpfe für Liebhaber und sozialpädagogische Einrichtungen her. Viele historische Bühnenfiguren und Handpuppen des Till de Kock werden samt seiner Werkstatt im Museum für PuppentheaterKultur in Bad Kreuznach ausgestellt. Für private Sammler sind diese Figuren von unschätzbarem Wert. Auch im Puppentheaterarchiv des Gerd J. Pohl sind zahlreiche Kock-Figuren vorhanden. Das Figurentheater des Gerd J. Pohl nennt sich ?Piccolo Puppenspiele?, womit speziell ältere und behinderte Menschen angesprochen werden sollen. Auch von Theo Eggink finden sich historische Theaterfiguren in dieser Sammlung.