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Geschichte und Herstellung

Das Kasperle-Theater kennt wohl jeder. Aber damit fängt es weder an, noch hört es damit auf. Man soll es kaum glauben, aber bereits die Chinesen aus der Ming-Dynastie haben sich mit Handpuppen beschäftigt. Zeugnis hiervon legen noch immer die Handpuppen im Chinesischen Puppentheater ab. Bis heute haben sich die Handpuppen als Sammlerstück, in der Kunst oder für die Pädagogik z. B. in der Schule oder dem Kindergarten erfolgreich durchgesetzt. Besonders die Hersteller Folkmanis, Living Puppets und Beleduc stechen deutlich hervor.

Folkmanis Handpuppen überzeugen schlicht durch ihre Qualität. Man sieht ihnen an, mit wie viel Liebe und Feingefühl sie gefertigt wurden. Bereits im Jahre 1960 begann Judy Folkmanis, die von ihr entworfenen und gefertigten Handpuppen in Berkeley, USA, zu verkaufen. Ihr Mann ließ sich von ihrer Begeisterung anstecken und stieg kurzerhand nach seinem Studium in die Fertigung mit ein. Es entstand ein kleiner Familienbetrieb, der im Laufe der Jahre erheblich anwuchs und heute den Weltmarkt auf diesem Gebiet anführt. Living Puppets werden insbesondere in Schulen, Kindergärten und therapeutischen Einrichtungen eingesetzt. Ihre kuschelige und mit weichen Stoffen durchgeführte Verarbeitung ermöglicht es, sie auch notfalls kurzerhand in die Waschmaschine zu stecken. Sie sind besonders lebensnah und für ausdrucksvolle Gestik oder auch lustige Mimik bestens geeignet. Beleduc deckt hauptsächlich den Bedarf an Handpuppen für Kinder ab. Es werden meist kindgerechte Marionetten aus Plüsch oder Softtoys-Spielfiguren für die größeren Kinder vertrieben. Handschuhpuppen sind hier schon seit jeher der absolute Renner.

Handpuppen werden für gewöhnlich so gefertigt, dass sie aus einem Kopf bestehen, der durch den Zeigefinger bewegt wird sowie einem Kleid, der den Rest der Hand und einen Teil des Arms bedeckt, wobei der Daumen und der kleine Finger oft die Arme einer Puppe bewegen. Nur bei einer Tierpuppe werden Daumen und Finger so gehalten, dass diese das Maul eines Tieres auf- und zuklappen können. Sie wurden und werden auch heute noch aus Stoffen bzw. Stoff- und Wollresten gefertigt. Qualitativ hochwertige Handpuppen verfügen über einen hübsch bemalten Holzkopf. Für Sockenpuppen dagegen werden Holz- oder Glasperlen und -knöpfe als Augen und Nasen verwendet. Hierbei kommt auch schon mal Pappe zum Einsatz. Die Fertigung von Sockenpuppen ist derart simpel, dass sogar Kindergarten- und Grundschulkinder Sockenpuppen anfertigen. Die berühmteste Sockenpuppe ist wohl Fu. Er besteht nur aus einer Socke, einem Knopf als Nase und zwei Augenperlen, die entweder aufgeklebt oder genäht werden. Wer mag, näht oder klebt noch eine Zunge ein ? fertig ist die Sockenpuppe. Die Fertigung einer Handpuppe wie den einzigartigen ?Kasper? erfordert dagegen wieder eine Menge Geschick und Fingerfertigkeit. Allein dieser kleine Aspekt bewirkt den Unterschied zwischen Kinderspielzeug und Erwachsenen-?Spielzeug?.